Smart Glasses sind inzwischen ein alltägliches Phänomen, nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch in Unternehmen. Für Datenschutzbeauftragte stellen diese Geräte neue Herausforderungen dar.
Herausforderungen und Risiken
Smart Glasses kombinieren verschiedene Funktionen wie Telefon, Kamera und Internetzugang in einem unauffälligen Gerät. Dies macht sie zu einer potenziell gefährlichen Technologie, da Nutzer ohne deren Wissen oder Einwilligung andere Personen fotografieren oder filmen können. In Krimiaufgaben könnte dies zu heimlichen Aufnahmen führen, die unverhohlen ins Internet gestellt werden und mit KI-Systemen verknüpft sind.
Insbesondere im öffentlichen Raum stellt das eine ernsthafte Bedrohung dar. Wer möchte oder muss sich in der Sauna oder am Badesee ohne Angst vor unerwünschten Aufnahmen ausmalen?
Einführung in Unternehmen
Die Verwendung von Smart Glasses im Unternehmenskontext erfordert eine sorgfältige Betrachtung. Datenschutzbeauftragte müssen frühzeitig involviert werden, um technische und organisatorische Maßnahmen zu denken. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nach Art. 35 DSGVO ist in den meisten Fällen notwendig.
Rechtsgrundlagen müssen präzise definiert werden, insbesondere wenn Personen außerhalb des privaten Umfelds aufgezeichnet werden. Die Einwilligung der betroffenen Person und mögliche zusätzliche rechtliche Begründungen sind zu berücksichtigen.
Chancen und Risiken
Smart Glasses bieten zahlreiche Vorteile, wie z.B. die Möglichkeit zur visuellen Anleitung und Prozessoptimierung in Wartung, Logistik oder Schulungen. Allerdings gehen diese Vorteile mit erheblichen Risiken einher:
- Verdeckte Aufnahmen von Mitarbeitenden oder Dritten
- Möglichkeit der Leistungs- und Verhaltenskontrolle
- Erfassung biometrischer Daten und perspektivische Identifikation von Personen
- Standortdaten und Bewegungsprofile der Trägerinnen und Träger
- Übermittlung von Daten an Drittanbieter oder in datenschutzrechtlich unsichere Drittländer
- Live-Streaming von Aufnahmen ins Internet
Diese Risiken müssen gründlich abgewogen und durch geeignete Maßnahmen minimiert werden, um den Datenschutz der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Insgesamt stellt die Einführung von Smart Glasses im Unternehmen eine komplexe Aufgabe dar. Datenschutzbeauftragte müssen sich daher vorbereiten, um die Herausforderungen anzugehen und dennoch die Vorteile dieser Technologie nutzen zu können.
Quelle: www.dr-datenschutz.de