Das US-Justizministerium hat TikTok mit einer historischen Strafe von 400 Millionen US-Dollar belegt, da das Unternehmen über Jahre hinweg sensiblen Daten von Minderjährigen unangemessen zugestimmt hat. Die Vorwürfe richten sich insbesondere gegen die massenhafte und systematische Datenerfassung ohne elterliche Zustimmung.
Die Klage des DOJ basiert auf der Verletzung von Datenschutzvorschriften, da TikTok reguläre Accounts von Kindern unter 13 Jahren ermöglichte. Dabei speicherte die App persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Bewegungsprofile ohne die Einbindung der Erziehungsberechtigten oder deren Zustimmung. Diese Praxis führte zu einer gigantischen Anhäufung von Profilen von Minderjährigen, obwohl TikTok behauptete, komplexe Alterskontrollensysteme und Tausende von Accounts gelöscht zu haben.
Die Verantwortlichen kamen jedoch zu dem Schluss, dass die Mechanismen zur Alterskontrolle gravierende Lücken aufwiesen. Selbst bei ausdrücklichen Beschwerden reagierte das Unternehmen zögerlich oder verweigerte umgehende Löschungen der Profile. Diese Vorgehensweise ist nicht neu für TikTok, da bereits 2019 der Vorgänger Musical.ly ähnliche Vorwürfe erlitt.
Die Strafe stellt einen wichtigen Maßstab im Kampf gegen die unkontrollierte Verarbeitung von Kinderns Daten durch globale Technologiekonzerne dar. Sie deutet darauf hin, dass auch etablierte Unternehmen bei der Umsetzung von Compliance-Vorgaben oft den Weg des geringsten Widerstands wählen und somit Risiken eingehen müssen.
Quelle: www.wbs.legal