Im Bereich Datenschutz ergeben sich stetig neue Entwicklungen und Entscheidungen, die sowohl Unternehmen als auch Verbraucher vor spannende Herausforderungen stellen. In den letzten Wochen haben wir wichtige Entwicklungen erlebt, die die Praxis des Datenschutzes beeinflussen.
Loop-Engineering: KI-Agenten arbeiten eigenständiger
KI-Agenten müssen nicht mehr bei jedem Arbeitsschritt neu angeleitet werden. Beim sogenannten Loop-Engineering werden ihnen ein Ziel, Feedback- und Prüfkriterien sowie ein Stoppkriterium vorgegeben. Der Agent führt daraufhin wiederholt Aktionen aus, bewertet die Ergebnisse und passt die nächsten Schritte an.
Einsatzmöglichkeiten bestehen etwa bei der Code-Erstellung, Datenprüfungen, regelmäßigen Berichten oder ereignisgesteuerten Workflows. Prompts verschwinden dabei nicht, sondern werden Teil eines übergreifenden Systems aus Anweisungen, Prüfungen und Speichermechanismen.
Loops sind jedoch kein Selbstläufer: Lange Durchläufe können vom Ziel abweichen, verursachen zusätzliche Kosten und benötigen häufig menschliche Kontrolle. Unternehmen sollten vor dem Einsatz klare Ziele, Prüfkriterien und Grenzen festlegen.
Meta-Ray-Ban: HmbBfDI sieht kaum rechtssichere Alltagsnutzung
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) hat in seinem Abschlussbericht zur Untersuchung der Ray-Ban Meta AI Glasses zu dem Ergebnis kommen lassen, dass Aufnahmen von Personen außerhalb des engen persönlichen Umfelds im Alltag regelmäßig nicht rechtssicher möglich sein dürften. Wegen der unauffälligen Kamera und des bei Tageslicht schwer erkennbaren LED-Signals könnten Betroffene häufig nicht ausreichend informiert werden, sodass eine Einwilligung praktisch kaum einzuholen sei.
Auch für die Verarbeitung der Aufnahmen durch Meta, insbesondere zum Training kommerzieller KI-Modelle, fehle es regelmäßig an einer geeigneten Rechtsgrundlage. Unternehmen sollten den Einsatz von Smart Glasses frühzeitig datenschutzrechtlich bewerten und klare Vorgaben für deren Nutzung schaffen.
Insbesondere die unauffällige Aufnahme von Beschäftigten, Kunden oder Dritten sowie die Verarbeitung der Daten durch externe KI-Dienste sollten dabei berücksichtigt werden.
Diese Entwicklungen haben einen tiefgreifenden Einfluss auf die Praxis im Bereich Datenschutz. Unternehmen müssen sich anpassen und klare Richtlinien festlegen, um den Einsatz von KI-Agenten und Smart Glasses zu verwalten. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten über die rechtlichen Aspekte informiert sind, um Missverständnisse und Rechtsverletzungen zu vermeiden.
Quelle: www.dr-datenschutz.de